Smart City Index: Berlin überzeugt mit digitalen Bürgerservices

13.03.2020

Wie digital sind deutsche Großstädte schon heute aufgestellt? Geht es mit der Digitalisierung im öffentlichen Sektor voran oder herrscht vielmehr Stillstand? 2019 haben Experten von Bitkom Research erstmals ein Digitalranking der deutschen Großstädte mit über 100.000 Einwohnern erstellt. Bei der Digitalisierung der Verwaltung überzeugte Berlin mit seinen digitalen Bürgerservices und holte den zweiten Platz.

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Die insgesamt 81 Städte wurden in den fünf Themenbereichen Verwaltung, IT- und Telekommunikationsinfrastruktur, Energie und Umwelt, Mobilität sowie Gesellschaft genauestens unter die Lupe genommen und bewertet. Nach eingehender Analyse von rund 7.800 Datenpunkten, hat sich der sogenannte Smart City Index ergeben, ein Digitalranking, das den digitalen Fortschritt der deutschen Großstädte vergleichbar macht.


Wie haben die Experten bewertet?

Laut Bitkom Research, Tochtergesellschaft des Digitalverbands Bitkom, liegen der Auswertung öffentlich zugängliche Datenquellen zugrunde. Die gemessenen Datenpunkte wurden normiert und auf eine Skala von 0 bis 100 übersetzt. Den Maximalwert von 100 erhielt pro Indikator demnach die Stadt, die am besten abschnitt. Neben den allgemeingültigen Indikatoren betrachteten die Experten in jedem Themenbereich zudem innovative Projekte, die wiederum mit maximal fünf Prozent der erreichbaren Gesamtpunktzahl pro Themenbereich eingingen. Nach der Auswertung der Informationen erhielten alle teilnehmenden Städte die Möglichkeit, das Ergebnis zu überprüfen und zu kommentieren. 43 Prozent haben diese Chance wahrgenommen.


Berlin in der Gesamtwertung auf Platz 4

Deutlicher Gewinner mit einem Index von 79,5 ist die Stadt Hamburg, gefolgt von Karlsruhe (69,0) und Stuttgart (68,6). Mit seinen rund 3,7 Millionen Einwohnern belegte Berlin im Gesamtranking den vierten Platz mit einem Indexwert von 68,1. Besonders stark zeigte sich die Bundeshauptstadt im Themenbereich Verwaltung (76,3). Damit erreicht Berlin im alleinigen Verwaltungsranking Platz zwei, knapp hinter Mannheim (77,6). Doch warum ist die Berliner Verwaltung schon heute so gut aufgestellt? Mit Blick auf die Indikatoren Dokumentenmanagement-System (DMS) und E-Rechnung sowie Online-Terminvergabe erreichte Berlin jeweils den Maximalwert von 100. Genauso punktete die Großstadt bei „Website und Kommunikations-Tools“ (97,6) und der „City-App“ (85,7).


Deutlich besser als ihr Ruf: Digitale Leistungen der Bundeshauptstadt

In Berlin können die Einwohner bereits zahlreiche Behördengänge digital erledigen, Termine online vereinbaren oder auch den Chatbot namens „Bobbi“ nutzen, der bereits viele Fragen zu diversen Bürgerservices beantwortet. Auch Syncwork hat dazu beigetragen: Zusammen mit der VISS-Geschäftsstelle der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz hat Syncwork beispielsweise 2018 die digitale Antragstellung für „Sondernutzungen des öffentlichen Straßenlands“ eingeführt. Was sich trocken und sperrig anhört, hat für die Berliner Bauwirtschaft und Handwerksbetriebe einen echten Nutzen: Sie können nun bequem online die Einrichtung von Baustellen, das Verlegen von Leitungen oder das Anlegen einer Gehwegüberfahrt beantragen. Und auch die Berliner Bürger profitieren von der erleichterten, digitalen Antragstellung, ­beispielsweise bei einem Umzug. Denn um am Umzugstag den Möbelwagen abstellen zu können, muss zuvor Platz im öffentlichen Raum geschaffen werden. Für ein entsprechendes vorübergehendes Halteverbot braucht es eine behördliche Anordnung, die inzwischen aber ebenfalls unkompliziert digital eingeholt werden kann.


Ein differenzierter Blick auf die Berliner Verwaltung

Auf den ersten Blick steht die Berliner Verwaltung also gut da und die beschriebenen Beispiele scheinen Win-win-Situationen zu sein: Durch die Online-Antragsstellung konnte die Bearbeitungszeit in den Berliner Behörden erheblich gesenkt werden und der Komfort für die Antragstellenden wurde erhöht. Gleichzeitig dürfen die genannten Beispiele und auch das vergleichsweise sehr gute Abschneiden im Verwaltungsranking des Smart City Index jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es weiterhin viel zu wenige Online-Dienstleistungen gibt, man häufig bei der Digitalisierung nicht über Pilotprojekte hinauskommt und weiterhin ein enormer Modernisierungsstau im Bereich E-Government vorliegt. Auch in Zukunft wird Syncwork daher versuchen, die Berliner Verwaltung bei der Meisterung der digitalen Herausforderungen bestmöglich zu unterstützen.


Welche Städte sich auf der digitalen Überholspur befinden, das will Bitkom Research auch künftig herausstellen und den Smart City Index ab sofort jährlich erheben.


Weiterführende Links


Syncwork AG: Leistungen für den öffentlichen Sektor