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Potenziale von KI und RPA für Unternehmen

Geschrieben von | 27.07.2022 10:00:00

Dr. Jens Heidrich

Womit beschäftigen Sie sich in Ihrer Position als Leiter der Hauptabteilung Smart Digital Solutions am Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering (IESE) in Kaiserslautern?

In meiner Funktion verantworte ich die Ausrichtung der Forschungsaktivitäten sowie deren Umsetzung im Rahmen nationaler und europäischer Förderprojekte. Darüber hinaus arbeite ich als Berater und Projektleiter in industriellen Transferprojekten und halte Seminare und Anwenderworkshops zu verschiedenen Themen im Bereich Software Engineering und Data Science.

Außerdem bin ich Dozent im Fachbereich Informatik an der Technischen Universität Kaiserslautern, Mitglied der Task Force „Data Science“ der Gesellschaft für Informatik e.V., sowie Mitglied in Programmkomitees diverser Workshops und Konferenzen (z. B. ICSSP, PROFES, SEAA und SWQD).

Künstliche Intelligenz und Prozessautomatisierung können dazu beitragen, dass Unternehmen ihre Potenziale voll ausschöpfen und für künftige Herausforderungen gewappnet sind. Doch was braucht es, um KI- und RPA-Technologien langfristig zu implementieren? Worauf müssen Betriebe aus Ihrer Sicht achten?

Meiner Meinung nach sollten Betriebe die drei Dimensionen Geschäftsmodell, agile Kultur und die individuellen Kompetenzen im Blick behalten.

Geschäftsmodell: KI und RPA sind mehr als eine rein technische Herausforderung, die nicht mit dem Kauf von Werkzeugen und Infrastruktur beginnen sollten. Unternehmen stehen oft vor der Herausforderung, einen für sie nutzbringenden Anwendungsfall zu finden oder zu bewerten, inwieweit KI/RPA wirklich die Lösung sein kann. Ein Erfolgsfaktor liegt darin zu wissen, wie sich KI/RPA auf das Geschäftsmodell auswirken und welche Anwendungsfälle einen echten Mehrwert liefern.

Agile Kultur: Bei KI und RPA geht es im Grunde darum, wie man Innovationen ins Unternehmen bringt. Hierbei ist das schnelle Ausprobieren von Ideen in einer agilen, prototyping-orientierten Weise enorm wichtig. Wir wollen schnell wissen, welche Ideen und Anwendungsfälle erfolgreich sein können und welche wir gleich verwerfen können. Dies erfordert eine offene, agile Unternehmenskultur, in der man bereit ist, auch ergebnisoffen Ideen zu evaluieren.

Kompetenzen: Die Nachfrage nach Software-Entwicklern und Data Scientists, also Personen mit Kompetenzen im Umgang mit Daten und Modellen, ist groß. Für Unternehmen ist es häufig eine Herausforderung, ihren Bedarf zu decken. Hier sollte strategisch entschieden werden, welche Kompetenzen man innerhalb des Unternehmens aufbauen möchte (z. B. auch über Weiterbildungsangebote) und mit welchen externen Partnern man sich langfristig zusammentun möchte, um die Ideen auch umsetzen zu können.

Können Sie kurz umreißen, worüber Sie bei der TECHBAR 2022 sprechen werden?

Mein Vortrag stellt die Potenziale von KI anhand von praktischen Beispielen aus dem Bereich RPA vor, erläutert typische Herausforderungen von Unternehmen bei der Umsetzung von Anwendungsfällen und zeigt Lösungswege auf, um die typischen Fallstricke zu umgehen. Dazu wird das Konzept des KI-Innovationslabors vorgestellt und gezeigt, wie dieses dabei helfen kann, KI- und RPA-Technologien langfristig zu implementieren.

Herzlichen Dank für das Interview!

Interessierte, die bei der TECHBAR 2022 zu "Lotsen im Datenmeer: Chancen von Softwarerobotern und Künstlicher Intelligenz" am 15. September 2022 in Berlin dabei sein möchten, können sich hier zur kostenlosen Veranstaltung anmelden: https://techbar.berlin/#anmeldung

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