Ein nicht oder nur unzureichend getestetes System ist im besten Fall fehlerhaft und nicht brauchbar. Im schlimmsten Fall richtet es sogar erheblichen Schaden an. Als zentrale Komponente der Validierung sollte das Testmanagement in der Ressourcenplanung daher nicht unterschätzt werden. Testplanung und -design brauchen viel Zeit und Expertise, um eine optimale Testabdeckung zu bewirken.
Setzen Unternehmen bei Projekten auf test driven development, wird die Bedeutsamkeit von gutem Testmanagement noch deutlicher: Wie sollen sie auf Basis von mangelhaften Tests effizient und korrekt entwickeln? Doch auch in allen anderen Projekten gehen Entwicklung und Test Hand in Hand und müssen aufeinander abgestimmt sein. Jede Anforderung oder User Story, jeder Release Cycle, jeder Change muss auf Richtigkeit und Vollständigkeit getestet werden. Wie also lässt sich das Testmanagement effektiv im Rahmen einer Toolchain aufsetzen?
Um das Testmanagement optimal zu gestalten, muss es in den Gesamtprozess integriert werden. Der Detailierungsgrad wird unter anderem von der Softwarekomplexität und der Risikobewertung definiert. Durch die agile Arbeitsweise entstehen kurze Freigabe-Zyklen und damit eine stetig zunehmende Menge von Testfällen. Zum Testen eines neuen Releases gehören nicht nur die Neuerungen selbst – auch die bereits bestehenden Funktionalitäten müssen in Form von Regressionstests neu validiert werden, denn sie könnten durch die fortlaufende Entwicklung beeinflusst worden sein. Mit einem gut designten und integrierten Testmanagement und automatisierten Tests stellt diese wachsende Anzahl an Regressionstests keinen großen Aufwand dar. Gleichzeitig wird durch diese Arbeitsweise sehr früh und schnell ein qualitativ hochwertiges Produkt erzielt.
Natürlich gibt es nicht den einen richtigen Testmanagement-Ansatz, der für alle Projekte gilt. Die Zahl der Möglichkeiten, wie Unternehmen ihre Tests digitalisieren und automatisieren können, ist groß. Im Rahmen von Digitaler Validierung ist die komplette Digitalisierung des Testmanagements vorgesehen, um eine ideale Nachverfolgbarkeit zwischen Anforderungen und Tests zu ermöglichen. Die in INVEST-konformen User Stories definierten Anforderungen gewährleisten eine effizientere Entwicklung von Testfällen.
Der optimale Automatisierungsgrad basiert primär auf der Frequenz der Release-Zyklen. Je öfter ein neues Release in Produktion gehen soll, desto sinnvoller ist ein hohes Maß an Automatisierung. Planen Unternehmen dagegen nur einen jährlichen oder zweijährlichen Release, ist der Aufwand des Automatisierens möglicherweise nicht gerechtfertigt. Generell lohnt sich das Automatisieren bei Backend-Tests, da der Automatisierungsaufwand geringer ist und die Modul- und Integrationstests kontinuierlich als Regressionstest weiterverwendet werden können.
Für die Auswahl eines Testmanagement-Tools ist eine Definition der Anforderungen hinsichtlich Prozess und Funktionalität essenziell. Das Angebot ist groß und jedes Tool bringt andere Stärken und Schwächen mit sich. Typische Anforderungen sind zum Beispiel:
Toolgestütztes Testmanagement bringt einen echten Mehrwert für die digitale Validierung, aufgrund von frühen Testzyklen, qualitativ verwertbaren Testergebnissen und gesteigerter Prozessgüte. Ein hoher Grad an Testautomatisierung führt zu gleichbleibender Testqualität bei geringerem Ressourcenaufwand und steigendem Testumfang.